Craps Regeln einfach erklärt: Pass Line, Point und Odds
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Craps sieht nach Chaos aus: ein Tisch voller Felder, zwei Würfel, zwanzig Leute, die gleichzeitig rufen. Dabei brauchst du für den Einstieg genau eine Wette. Die Craps Regeln lassen sich auf einen Ablauf in zwei Phasen reduzieren, und wer den verstanden hat, kann 90% des Tableaus getrost ignorieren.
Craps Regeln im Kern: zwei Phasen, eine Wette
Gewürfelt wird mit zwei Würfeln, es zählt die Augensumme. Ein Spieler ist der «Shooter», alle anderen wetten auf seinen Wurf mit. Jede Runde beginnt mit dem Come-Out Roll, dem Eröffnungswurf. Hast du auf die Pass Line gesetzt, passiert eines von drei Dingen:
- 7 oder 11: Du gewinnst sofort 1:1.
- 2, 3 oder 12 («Craps»): Du verlierst sofort.
- 4, 5, 6, 8, 9 oder 10: Diese Zahl wird zum Point.
Steht der Point, beginnt Phase zwei. Der Shooter würfelt so lange weiter, bis entweder der Point noch einmal fällt (Pass Line gewinnt) oder eine 7 kommt (Pass Line verliert, «Seven Out»). Alle anderen Zahlen sind für die Pass Line egal. Danach startet eine neue Runde mit einem neuen Come-Out Roll.
Die 7 wechselt also die Seite: Im Eröffnungswurf ist sie dein bester Freund, danach dein Gegner. Das ist der ganze Trick des Spiels.
Don’t Pass: gegen den Shooter wetten
Die Don’t Pass-Wette ist fast das Spiegelbild. Im Come-Out Roll gewinnt sie bei 2 oder 3, verliert bei 7 oder 11, und die 12 ist ein Unentschieden (Einsatz zurück). Steht ein Point, gewinnt Don’t Pass, wenn die 7 vor dem Point fällt.
Mathematisch ist Don’t Pass mit 1.36% Hausvorteil minim besser als die Pass Line mit 1.41%. Der Unterschied: fünf Rappen pro CHF 100 Einsatz. Am echten Tisch wettest du damit gegen fast alle anderen, in einer Demo spielt das keine Rolle.
Die Odds-Wette: 0% Hausvorteil
Sobald ein Point steht, darfst du hinter deinen Pass-Line-Einsatz eine zusätzliche Odds-Wette legen. Sie gewinnt und verliert genau wie die Pass Line, wird aber zu den echten Wahrscheinlichkeiten ausbezahlt:
- Point 4 oder 10: 2:1
- Point 5 oder 9: 3:2
- Point 6 oder 8: 6:5
Weil Auszahlung und Wahrscheinlichkeit exakt übereinstimmen, hat diese Wette keinen Hausvorteil. Das gibt es sonst praktisch nirgends im Casino, und deshalb ist sie auf dem Tableau auch nicht beschriftet. Der Haken: Du kommst nur über eine Pass-Line- oder Come-Wette dazu, und dort zahlst du die 1.41%. Mit doppelten Odds sinkt der Hausvorteil auf den gesamten Einsatz auf rund 0.6%. Der erwartete Verlust in Franken bleibt allerdings gleich, du bewegst nur mehr Geld mit mehr Schwankung.
Bei Don’t Pass funktioniert es umgekehrt: Du «legst» Odds und bekommst weniger als deinen Einsatz, zum Beispiel 1:2 bei Point 4 oder 10, weil du nun der Favorit bist.
Come und Don’t Come
Come ist eine Pass-Line-Wette, die du mitten in der Runde platzierst. Der nächste Wurf ist dein persönlicher Come-Out Roll: 7 oder 11 gewinnt, 2, 3 oder 12 verliert, jede andere Zahl wird zu deinem eigenen Point. Don’t Come ist das Gegenstück zu Don’t Pass. Hausvorteil: identisch, 1.41% bzw. 1.36%. Auch hier sind Odds erlaubt.
Die wichtigsten Wetten im Überblick
| Wette | Gewinnt bei | Auszahlung | Hausvorteil |
|---|---|---|---|
| Pass Line / Come | 7, 11 im Eröffnungswurf, danach Point vor 7 | 1:1 | 1.41% |
| Don’t Pass / Don’t Come | 2, 3 im Eröffnungswurf, danach 7 vor Point | 1:1 | 1.36% |
| Odds (hinter Pass/Come) | Point vor 7 | 2:1, 3:2 oder 6:5 | 0% |
| Field | 2, 3, 4, 9, 10, 11, 12 im nächsten Wurf | 1:1, bei 2 und 12 2:1 | ca. 5.56% |
| Hard 6 / Hard 8 | Pasch (3-3 bzw. 4-4) vor 7 und vor «leichter» 6/8 | 9:1 | 9.09% |
| Hard 4 / Hard 10 | Pasch (2-2 bzw. 5-5) vor 7 und vor «leichter» 4/10 | 7:1 | 11.11% |
| Any 7 | 7 im nächsten Wurf | 4:1 | 16.67% |
Warum Proposition Bets so teuer sind
Die Wetten in der Tischmitte heissen Proposition Bets. Sie locken mit hohen Quoten und entscheiden sich meist in einem einzigen Wurf. Nimm Any 7: Die 7 fällt in 6 von 36 Fällen, fair wäre also 5:1. Bezahlt wird 4:1. Dieser eine fehlende Einsatz macht 16.67% Hausvorteil.
In Franken: Hundert Entscheide à CHF 10 auf die Pass Line kosten dich im Schnitt CHF 14.10. Hundert Würfe à CHF 10 auf Any 7 kosten CHF 166.70. Gleiches Spiel, gleicher Tisch, fast zwölfmal so teuer.
Würfelwahrscheinlichkeiten: warum die 7 regiert
Zwei Würfel ergeben 36 Kombinationen. Die Summen sind nicht gleich häufig:
| Summe | Kombinationen | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| 2 oder 12 | je 1 | 2.78% |
| 3 oder 11 | je 2 | 5.56% |
| 4 oder 10 | je 3 | 8.33% |
| 5 oder 9 | je 4 | 11.11% |
| 6 oder 8 | je 5 | 13.89% |
| 7 | 6 | 16.67% |
Daraus folgt alles Weitere. Im Come-Out Roll gewinnt die Pass Line mit 8 von 36 Kombinationen (22.2%) sofort und verliert mit 4 von 36 (11.1%). Bei Point 6 oder 8 stehen 5 Gewinnwege gegen 6 Verlustwege, du gewinnst also in 45.5% der Fälle. Bei Point 4 oder 10 sind es nur 3 gegen 6, also 33.3%. Über alles gerechnet gewinnt die Pass Line in 49.3% der Runden.
Gratis üben statt teuer lernen
Der Ablauf sitzt nach zwanzig Runden, die Tabelle oben nach einem Abend. Wie bei jedem Casinospiel gilt: Der Hausvorteil bleibt, egal wie du setzt. Du kannst nur wählen, wie gross er ist. Wer zuerst andere Klassiker ausprobieren möchte, findet bei den Tischspielen kostenlose Demos mit Spielgeld, und der Guide zu den Roulette-Regeln zeigt dieselbe Rechnung für das Rad.
Häufige Fragen
Was ist die beste Wette beim Craps? Pass Line oder Don’t Pass, kombiniert mit Odds. Die Grundwette kostet 1.41% bzw. 1.36%, die Odds-Wette selbst 0%. Alles in der Tischmitte ist deutlich teurer.
Was bedeutet «Seven Out»? Der Shooter würfelt eine 7, nachdem ein Point gesetzt wurde. Die Pass Line verliert, die Runde endet und der nächste Spieler erhält die Würfel.
Kann man beim Craps mit einem System gewinnen? Nein. Jeder Wurf ist unabhängig, die Würfel haben kein Gedächtnis. Setzsysteme verändern die Schwankung, nicht den Hausvorteil.
Ist die Field-Wette gut, weil sie sieben Zahlen abdeckt? Sie deckt sieben Summen ab, aber nur 16 von 36 Kombinationen. Die häufigen Summen 5, 6, 7 und 8 fehlen. Mit doppelter Auszahlung auf 2 und 12 bleibt ein Hausvorteil von rund 5.56%.